Champion-Einblicke: Kayn, der Kerl mit der Sense

von bananaband1t

Wir befinden uns bereits im Jahre 2017 und League hatte immer noch keinen Champion, der mit einer Sense in den Kampf zieht. Wenn man diese Tatsache mit dem Mangel an Düsteren kombiniert, erhält man eine himmlisch gute Mischung … oder besser gesagt: eine höllisch gute Mischung.

Hier kommt Kayn, ein Halb-Düsterer, der zu gleichen Teilen aus Arroganz, Macht und xXUltra-KrassheitXx besteht.


Krieg, Verderbnis und wirklich aufgeblasene Egos

In Runeterra erzählt man sich Legenden aus einer längst vergangenen Zeit, in der die Düsteren die Welt betraten und sie ins Chaos stürzten. Obwohl (noch) keiner weiß, was während der Invasion geschah, ist eines sicher: Als sie ihr Ende fand, blieben ein paar gefährliche Waffen der Düsteren zurück.

Im Runeterra der Gegenwart erfährt einer von Zeds Schülern von der Stätte einer Sense mit unermesslicher Macht. Dieser junge Schattenmeister beschließt sofort, dass er sie unbedingt haben muss. „Kayn ist extrem zuversichtlich, jeden besiegen zu können“, sagt der narrative Autor Michael „CoolRadius“ McCarthy. „Und er glaubt auch, dass er nicht nur die Waffe führen, sondern auch den Düsteren zerstören kann, der ihr innewohnt.“

Sobald jemand eine Waffe der Düsteren berührt, beginnt ein Willenskampf. Der darin gefangene Düstere ringt sofort um die Kontrolle über die Gedanken und den Körper ihres Besitzers. Es ist ein Kampf, den eine durchschnittliche Person nicht gewinnen kann. Die meisten werden sofort überwältigt, woraufhin ihr Körper zu einem Gefäß für den Düsteren werden, bis er ein würdigeres findet.

Viele haben versucht, die Sense zu führen, hinter der Kayn her ist – aber alle haben versagt. Für Kayn spielt das keine Rolle. Diese Amateure waren alle zu schwach, und er glaubt, dort triumphieren zu können, wo alle anderen gescheitert sind.

Kayn findet die Waffe und in ihm entbrennt ein Kampf, der auf eine von zwei Arten enden wird: Entweder er zerstört Rhaast, den Düsteren, der in der Waffe versiegelt ist, und kann die Waffe führen, oder er verliert den Kampf und Rhaast ergreift Besitz von ihm.

Dieser Konflikt bildet die Grundlage für Kayns Verwandlung im Spiel.


Wähle dein eigenes Abenteuer

Im Gegensatz zu den anderen Champions in League, die verschiedene Gestalten annehmen (wie Nidalee, Elise und Gnar), kann Kayn seine Gestalt im Spiel nicht wechseln. Stattdessen beginnt Kayn in seiner Grundgestalt und seine Handlungen im Spiel entscheiden, auf welche unwiderrufliche Weise sich diese verändert. Der Spieldesigner Daniel „ZenonTheStoic“ sagt: „Das ist das erste Mal, dass wir die Geschichte eines Champions so eng mit seiner Spielweise verknüpft haben.“

Konzeptzeichnung für die Verwandlung zum Düsteren

Kayns Verwandlung im Spiel musste drei Voraussetzungen erfüllen: 1. Sie musste für die Geschichte Sinn ergeben. 2. Sie sollte es den Spielern ermöglichen, besser mit den Verwandlungen zurechtzukommen, wenn sie Kayn häufiger spielen. 3. Sie sollte keine zu verrückten Spielmechaniken voraussetzen.

Das Endergebnis, bei dem das Angreifen (oder Töten) von Fernkämpfern den Assassinen und das Angreifen von Nahkämpfern den Düsteren freischaltet, schien von der Thematik her Sinn zu ergeben: Der Assassine will sich an schwachen, aber wichtigen Zielen laben, während der Düstere nur gegen würdige – robuste, schwer zu tötende – Frontkämpfer antreten will. Die Entwickler wollten das System nicht zu erbarmungslos gestalten, vor allem wenn zukünftige Kayn-Spieler noch seine Mechaniken lernen sollten, weshalb sie die Möglichkeit haben, auf seine erste Verwandlung zu verzichten und auf die andere zu warten. Sie versteckt sich hinter einem bedeutenden Timer, damit es sich noch immer wichtig und lohnend anfühlt, beide Verwandlungen gut zu beherrschen. Man muss aber auch nicht dreißig Minuten lang traurig sein, weil man aus Versehen zuerst die „falsche“ Form freigeschaltet hat.

Konzeptzeichnung für die Verwandlung zum Assassinen

Kayn wurde von Anfang an als Jungler entwickelt und alle Jungler brauchen im frühen Spiel die gleichen Werkzeuge: Sie müssen aus dem Hinterhalt angreifen können und brauchen zum Nachsetzen eine Fähigkeit zur Massenkontrolle. Üblicherweise gehen ihre Stärken und Schwächen in der Spielmitte auseinander, wenn Tanks mehr Schaden absorbieren und Kämpfe initiieren können, während Assassinen wohl eher damit beginnen, Weichzielen den Garaus zu machen. Im Fall von Kayn bedeutet das, dass er als Schattenassassine zusätzliches Tempo und Schaden erhält, um die hintere Reihe der Gegner unter Druck setzen zu können, während er als Düsterer genügend Regenerationsvermögen und Fähigkeiten zur Massenkontrolle bekommt, um in chaotischen Kämpfen aufzublühen.

Seine beiden Formen auszubalancieren bedeutet, sich ständig die Frage zu stellen, ob es genügend Szenarien gibt, in denen jede Form klare Vorteile bietet. Hierbei würde es schon reichen, wenn der Düstere den Gegnern nur mehr Schaden zufügen würde. ZenonTheStoic sagt: „Solange es Spiele gibt, in denen du in die hintere Reihe gelangen musst, um einen übermäßig starken AD-Carry zu töten (wofür der Schattenassassine besser geeignet ist), können wir zufrieden sein und die beiden Formen als ausbalanciert betrachten.“


Schrecken auf drei Arten

Bei der Entwicklung der Konzeptkunst eines neuen Champions ist es normalerweise wichtig, die Geschichte und Spielweise eines Charakters zum Ausdruck zu bringen … das war bei Kayn jedoch anders. Der Konzeptkünstler Hing „Hdot“ Chui sagt: „Als wir hörten, dass er drei Formen hat, bekamen wir es etwas mit der Angst zu tun. Wir wussten sofort, dass viel Arbeit auf uns zukommen würde!“

Von den drei Formen war die des Düsteren am einfachsten. Obwohl die Düsteren in Runeterra keine Dämonen sind (dieser Titel ist für Charaktere wie Tahm Kench reserviert), wird ihr Aussehen häufig von Charakteren aus der Unterwelt inspiriert. Es gibt viele visuelle Möglichkeiten, um diese bestimmte Form der Dunkelheit zum Ausdruck zu bringen: Große Hörner, glühende, rote Augen und ein Gesicht, das aus einem Albtraum stammen könnte. Hdot sagt: „Es ging mehr oder weniger darum, ein paar Dämonen heranzuziehen und daraus einen wirklich großartigen Düsteren zu machen.“

Kayns Grundgestalt wurde stark von coolen und gefassten Bösewichtern aus Anime beeinflusst. „Ich habe mich von den unerschütterlichen Bösewichten aus Anime inspirieren lassen“, sagt Hdot. „Ich meine die superkrassen, die keine Angst davor haben, jemanden in Grund und Boden zu starren.“ Der normale Kayn trägt auch keine Rüstung, weil er sich sicher ist, dass er in jedem Kampf der Schnellste ist: Wenn du ihn nicht triffst, wozu sollte er eine Rüstung brauchen?

Das Aussehen von Kayn als Schattenassassine erwies sich als tückisch. Hdot sagt: „Wie sieht ein Meister der Schatten überhaupt aus?“ Er musste wie ein unglaublich harter Kerl mit immenser Macht aussehen, ohne dabei unmenschlich oder teuflisch zu wirken. Er sollte zwar böse rüberkommen, musste aber einen kontrollierten Eindruck machen und durfte nicht den entfesselten Zorn eines Düsteren haben.

Kayn als Schattenassassine ist die uneingeschränkte Version von sich selbst – ein wahrer Meister der Schattenmagie. Dies manifestiert sich auf seinem Körper in Form weißer Markierungen, die in Zeds Orden der Schatten zeigen, dass man die Schatten kontrolliert. Standard-Kayn hat nur ein paar Markierungen auf seinen Händen und Unterarmen, aber als Schattenassassine ist er von ihnen übersät. Außerdem spiegelt sein wallendes Haar, das einem Schatten gleicht, die entfesselte Macht wider, die er jetzt besitzt.

Meistere die Schatten oder werde zum Düsteren: Kayns Schicksal liegt in deinen Händen.


2 years ago


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