Neuigkeiten zum MSI 2016 und Auswirkungen auf die WM

von Magus

Kurz und bündig: Die Mannschaften, die es in die K.-o.-Phase des Mid-Season Invitational 2016 schaffen, verdienen sich für ihre Region einen von vier Plätzen bei der Weltmeisterschaft 2016.

Vom 4.–8. und 13.–15. Mai stehen sich beim Mid-Season Invitational (MSI) 2016 in Schanghai sechs regionale Champions in der Kluft gegenüber. Wie bereits im Februar angekündigt, gibt’s beim MSI dieses Jahr einen erweiterten Zeitplan sowie ein aktualisiertes Format, was zu noch mehr regionsübergreifenden Begegnungen führen wird. Heute wollen wir allerdings über ein paar zusätzliche Änderungen sprechen, die das MSI 2016 für Regionen, Teams und Fans noch wichtiger machen.

Auswirkungen auf die Weltmeisterschaft

Beginnend mit diesem Jahr haben die Ergebnisse des MSI direkten Einfluss auf die Weltmeisterschaft (WM). Die vier Mannschaften, die es in die K.-o.-Phase des MSI schaffen, verdienen sich für ihre Region einen von vier Plätzen bei der WM. Die Teams, die es nicht bis in die K.-o.-Phase des MSI schaffen, müssen mit niedrigeren Platzierungen für ihre Mannschaften bei der WM rechnen. Wir ändern nicht, wie viele Teams aus einer Region teilnehmen dürfen, sondern wie sie in den Gruppen gesetzt werden.

Warum machen wir diese Änderung? Aus zwei wichtigen Gründen: Zum einen lassen sich die regionalen Teams so besser in die Gruppen der WM einteilen und zum anderen steht beim MSI sowohl für Fans als auch für die Mannschaften viel mehr als vorher auf dem Spiel.

In den Jahren zuvor war das Setzen ziemlich subjektiv; wir bemühten uns, die Mannschaften basierend auf ihren Leistungen in der Vergangenheit zu sortieren, doch das ließ ihre aktuelle Stärke weitestgehend außer Acht. Indem wir das aktuellste internationale Turnier (MSI) Einfluss auf das Setzen nehmen lassen, machen wir den Prozess transparenter und leistungsorientierter. Wir hoffen, dass dies zu einem besseren Gruppengleichgewicht bei der WM und letztendlich zu einem spannenderen und unterhaltsameren Turnier führt.

Zusätzlich steht für die Teams, die als Repräsentanten ihrer Region agieren, aufgrund der Auswirkungen auf das regionsbasierte Setzen viel mehr als zuvor auf dem Spiel. Mannschaften kämpfen nicht nur um den eigenen Erfolg, sondern um die Platzierung ihrer Region im Wettkampf und den Stolz ihrer Fans. Kein Team will die Fans seiner Region im Stich lassen, was bedeutsamere und eindrucksvollere Spiele zur Folge hat.

Damit du den Einfluss, den diese Änderungen auf die WM haben, besser verstehen kannst, sollten wir erklären, wie das Turnier abläuft.

WM 2016

Format

Das Format der WM 2016 bleibt gegenüber letztem Jahr unverändert: Es gibt eine Gruppenphase gefolgt von einer K.-o.-Phase.

In der Gruppenphase werden 16 Mannschaften in vier Gruppen mit je vier Teams aufgeteilt. Jeder spielt in „Bester aus 1“-Partien (Ba1) gegen jeden, so dass jedes Team gegen jede Mannschaft seiner Gruppe zweimal antritt. Acht Mannschaften schaffen es in die K.-o.-Phase und die Partien wechseln zu einem „Ba5“-Format.

Regionsbasiertes Setzen

Die Anzahl der teilnehmenden Mannschaften und Gesetzten pro Region verändert sich gegenüber der WM 2016 nicht:

Diese 16 Teams werden drei Gruppenziehungs-Pools zugeteilt, wobei die regionalen Champions in Pool 1 landen. Die Gruppen werden dann zufällig basierend auf den Mannschaften in jedem Pool gezogen; als Anhaltspunkt siehst du weiter unten die Struktur der Gruppenziehungs-Pools 2015.

Zur Erinnerung: Jede Gruppe darf nur ein Team pro Region haben. Wenn du mehr darüber wissen willst, wie die Gruppenziehung funktioniert, wirf einen Blick in unsere Anleitung zur Gruppenziehung 2015 (URL).

Wie beeinflussen die Ergebnisse des MSI also die WM?

Für die WM 2015 erhielten die Erstplatzierten aus China (LPL), Korea (LCK), Nordamerika (NA LCS) und Europa (EU LCS) automatisch einen Platz in Pool 1, was damit gleichbedeutend war, dass sie in der Gruppenphase nicht gegeneinander antreten mussten. Dieses Jahr sichern sich allerdings die besten vier Mannschaften des MSI 2016 für ihre Region einen Platz in Pool 1. Selbstverständlich stellt dies einen extremen Vorteil für die Gruppenziehung dar, da die Gesetzten aus Pool 1 in der Gruppenphase garantiert nicht gegen andere Gesetzte aus Pool 1 antreten müssen, die jeweils die stärksten Mannschaften aus ihrer Region sind.

So sieht das im Detail aus:

    Die besten vier Mannschaften beim MSI sichern sich für ihre Regionen vier Plätze im Gruppenziehungs-Pool 1.
    • Sollte der Repräsentant der IWC also unter die besten Vier beim MSI kommen, landet die Nummer 1 der IWC in Pool 1. Dies beeinflusst die anderen Regionen folgendermaßen:
      • Die Region, die beim MSI auf den 5. Platz kommt, sichert sich für seinen Bestplatzierten einen Platz in Pool 2.
      • Die Region, die beim MSI auf den 6. Platz kommt, sichert sich für seinen Bestplatzierten einen Platz in Pool 2 und der Niedrigstplatzierte landet in Pool 3.
      • Wenn die IWC-Region es unter die besten Vier beim MSI schafft, sichert sich diese Region (z. B. Brasilien) automatisch den ersten IWC-Platz bei der WM und steigt in den Gruppenziehungs-Pool 1 auf.
    • Auf ähnliche Weise landet die Nummer 1 der LMS in Pool 1, wenn das LMS-Team beim MSI unter die besten Vier kommt, und die anderen Regionen passen sich wie auch bei der IWC an.
  • Wenn die IWC beim MSI auf den 5. Platz kommen, landet die Nummer 1 im Gruppenziehungs-Pool 2, während die Nummer 2 der IWC in Pool 3 bleibt. Dies beeinflusst die Region, die auf den 6. Platz kommt folgendermaßen:
    • Wenn NA: nordamerikanische Nr. 1 in Pool 2, nordamerikanische Nr. 2 in Pool 3
    • Wenn EU: europäische Nr. 1 in Pool 2, europäische Nr. 2 in Pool 3
    • Wenn CN: chinesische Nr. 1 in Pool 2, chinesische Nr. 3 in Pool 3
    • Wenn KR: koreanische Nr. 1 in Pool 2, koreanische Nr. 3 in Pool 3
    • Wenn LMS: Nr. 2 der LMS in Pool 3
  • Zur Erinnerung: Mannschaften qualifizieren sich nicht über das MSI für die WM – die Leistung eines Teams beeinflusst nur die Platzierung seiner Region in der Struktur der Gruppenziehungs-Pools.

Wie oben erwähnt, ist eines unserer Ziele, das Setzen bei der WM für die regionale Stärke repräsentativer zu gestalten. Die Änderungen helfen uns dabei auf zweifache Art und Weise: Sie belohnen die besten vier Regionen angemessen (und geben der LMS und IWC die Chance, einen Platz zu gewinnen, die bisher nicht gegeben war) und sorgen in den Pools 2 und 3 für ein bisschen Flexibilität. So hat die IWC mehr als nur eine Gelegenheit (gemäß dem Motto „Alles oder nichts“), einen Platz in Pool 1 zu erhalten. IWC-Mannschaften werden mit jedem Jahr stärker und wir sind der Meinung, dass es nur fair ist, ihnen die Chance auf eine bessere Platzierung zu geben, wenn sie so weit sind. Die LMS-Region hat sowohl in der Vergangenheit (WM 2012) als auch vor kurzem (100 % haben die Gruppenphase bei der WM 2015 überstanden) gezeigt, dass sie auf höchstem Niveau spielt, und ist ein starker Herausforderer im Kampf um die besten vier Plätze.

Weiter unten findet sich ein hypothetisches Beispiel basierend auf der Leistung der Teams beim MSI 2015 und wie diese die WM 2015 beeinflussen hätte können.

Wenn die Änderungen bereits im letzten Jahr in Kraft getreten wären, hätte die LMS-Region einen Platz in Pool 1 gewonnen und Nordamerikas Nummer 1 wäre in Pool 2 gelandet.

Wie qualifizieren sich die IWC-Regionen für die WM 2016?

Die „International Wildcard“-Regionen (IWC) qualifizieren sich über ein Turnier für die WM, nämlich das International Wildcard Qualifier (IWCQ), und nicht wie 2015 über zwei. So erhält man eine genaue Rangfolge von Erst- und Zweitplatziertem der IWC, was wichtig wird, sollte ein IWC-Team beim MSI auf dem 5. Platz landen. Außerdem können Fans dann besser einschätzen, wie stark diese Mannschaften sind.

Im Beispiel weiter unten erreicht ein IWC-Team wie z. B. Brasilien (BR) den 5. Platz vor Nordamerika. Nach dieser Leistung wäre der Erstplatzierte der IWC in Pool 2 zusammen mit dem nordamerikanischen Erstplatzierten, obwohl BR nicht automatisch als Erstplatzierter der IWC in Frage käme. Zusätzlich dazu würde, gemäß dem 6. Platz, der nordamerikanische Zweitplatzierte zusammen mit der Nummer 2 der IWC in Pool 3 landen.

Was, wenn die IWC-Region unter die besten Vier beim MSI 2016 kommt?

Wenn eine IWC-Mannschaft es unter die besten Vier beim MSI 2016 schafft, sichert sich dieses Team einen der zwei IWC-Plätze für seine Region, sowie einen Platz in Pool 1. Im Beispiel weiter oben würde sich Brasilien den 1. Platz sichern, so dass der Gewinner der Entscheidungsspiele im brasilianischen Sommer-Split sich als Pool-1-Team direkt für die WM qualifizieren würde. Die brasilianische Nummer 2 wäre dann immer noch zur Teilnahme beim IWCQ berechtigt, um dort um den 2. IWC-Platz zu kämpfen. Wenn die brasilianische Nummer 2 das IWCQ für sich entscheiden könnte, hätte Brasilien beide IWC-Plätze bei der WM 2016.

Im Beispiel oben würde der Erstplatzierte der EU dank dem 5. Platz in Pool 2 landen, genau wie der nordamerikanische Sechstplatzierte. Das Zweitplatzierte Team aus NA würde zusammen mit dem drittplatzierten Team ebenfalls in Pool 3 landen. Gleiches gilt für die europäische Nummer 3 und die IWC-Nummer 2.

Behalte lolesports.com im Auge, damit dir keine Neuigkeiten entgehen, wenn die Regionen ihre Frühjahrs-Split-Champions küren und wir uns unaufhaltsam dem Mid-Season Invitational 2016 nähern.


3 years ago

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