Ambassador-Projekte im Spotlight: Die Magdeburger Initiative OvGU-eSports

von Riot Kengen

Quer durch die Bundesrepublik geben circa 50 Ambassadors alles dafür, die League of Legends-Community an ihrer Uni aufzubauen. Wir stellen dir die Botschafter, ihre Clubs sowie konkrete Projekte rund um LoL sowie Gaming und Esports im Allgemeinen vor.

Nachdem das Ambassadors-Programm vor einigen Wochen gestartet ist, haben viele Studentenbotschafter bereits ihre ersten Events organisiert und Clubs gegründet. So auch Nico Siebert aus Magdeburg, der mit seiner offiziellen studentischen Initiative OvGU-eSports als Riot Games-Ambassador aktiv ist. Gemeinsam mit seinem Team hat er unter anderem ein Show-Match gegen Leipzig bei der Perspektivtagung des ADH (Allgemeiner Deutscher Hochschulsportverband) gespielt und schmiedet große Zukunftspläne im Esports-Bereich an seiner Uni.

Nico studiert derzeit Wirtschaftsingenieur Maschinenbau im Master an der Magdeburger Otto-von-Guericke-Universität (OvGU). Wir haben mit ihm über seine Initiative OvGU-eSports und weiteren Pläne gesprochen.

Nico Siebert

Warum hast du dich als Studentenbotschafter beworben?

Nico: Ich finde es cool, dass es dieses Programm gibt und dass Riot Esports an deutschen Hochschulen fördern und ein Netzwerk aufbauen möchte. Ich habe mich sofort da gesehen. Ich wollte mitmachen, weil sich für mich dadurch im Grunde nichts ändert. Ich bin zwar in dem Programm, aber ich mache nichts, was ich davor nicht auch schon getan habe, deshalb dachte ich, dass ich da einfach rein gehöre.

Erzähl uns mehr darüber. Was hast du vorher konkret gemacht, das du nun in diesem Programm fortführst?

Nico: Ich habe unabhängig von dem Programm die Initiative gegründet, die es an unserer Uni gibt, die OvGU-eSports. Weit vor der Initiative gab es außerdem schon ein Team, mit dem ich in der Uniliga gespielt habe. Im Endeffekt haben wir die Otto-von-Guericke-Universität in der Uniliga vertreten und irgendwann dachte ich, dass das offiziell werden sollte. Also entstand daraus die Initiative. Neben der Anerkennung für unser Projekt wollen wir vor allem eine Message verbreiten und eine Community aufbauen. Das ist unser Ziel. Natürlich möchten wir auch, dass die Uni uns dabei sieht und unterstützt und uns etwas entgegenkommt, denn es ist eine Win-Win-Situation: Schließlich machen wir damit Werbung und locken neue Studenten an die Universität. Das Programm kommt uns dabei insofern gelegen, dass es unsere Seriosität, unsere Sichtbarkeit und unsere Möglichkeiten verbessert. Alle haben etwas davon: Unsere Initiative, Riot selbst und die Ambassadors. Wir wollen eine Anlaufstelle bieten, eine Gemeinschaft aufbauen, Aufmerksamkeit für unseren Sport generieren. Daran arbeiten wir, mithilfe der Initiative, unseren Events und den Teams, die wir für die Uniliga aufstellen.

Was versprichst du dir vom Ambassadors-Programm?

Nico: Ich verspreche mir, dass ich ein Teil eines großen Netzwerks bin, etwas dazu beitragen kann und davon profitiere. Und dass ich, wenn ich vor einem Problem stehe, schauen kann, wie andere Ambassadors das Problem gelöst haben. Auf der anderen Seite kann ich vielleicht mein Wissen weitergeben. Andere Leute fangen jetzt erst mit dem Programm an und sind nicht so weit wie wir; ihnen kann ich weiterhelfen. Außerdem bin ich stolz drauf. Es ist cool, mit Riot zusammenzuarbeiten.

Werdet ihr in irgendeiner Form von der Uni unterstützt?

Nico: Wir sind noch hart am Verhandeln, es ist nicht so leicht, wie es an manch einer anderen Uni der Fall ist. Aber es ist nicht so, dass wir keine Unterstützung bekommen. Uns steht zum Beispiel ein Raum zur Verfügung – ein sehr großes Ding – mit fünf leistungsstarken Rechnern, auf denen weit mehr als nur LoL laufen würde. Die wurden nur für uns angeschafft, damit wir in dem Raum trainieren und Veranstaltungen durchziehen können. Mit Beamer und allem Drum und Dran. Die gute Ausstattung gestaltet unser Training viel effektiver.

 

“Es muss nicht alles perfekt sein: Wenn die Leute Lust haben, dann kommen sie auch so.”

 

Wie sieht dein weiterer Plan für dein Jahr als Studentenbotschafter aus?

Nico: Im Juli steht die Prüfungsphase an, die hat Vorrang. Ab Ende Juli, Anfang August geht’s weiter. Ich will definitiv ein lockeres Treffen organisieren, beispielsweise im Park grillen, und nicht nur alle Leute kennenlernen, die schon dabei sind, sondern auch neue.

Sobald die zweite Liga rum ist, öffnen wir wieder die Bewerbungsphase und schauen, wie viele Teams wir aufstellen können und wie viele Spieler wir haben, die an der Uniliga teilnehmen wollen. Bei den Tryouts prüfen wir, wie die Bewerber spielen, wie sie kommunizieren. Ab dem nächsten Semester wollen wir sogar in Kooperation mit unserem Sportzentrum Kurse anbieten, so etwas wie „LoL für Fortgeschrittene“.

Im Vergleich zu einigen anderen Botschaftern bist du schon recht weit. Hast du Tipps für all diejenigen, die jetzt erst als Ambassador durchstarten?

Nico: An neue Mitglieder kommt man ganz offensichtlich nur mit Werbung ran. Damals - noch ohne Riot – haben wir Flyer gedruckt, die wir in Word selbst gebastelt haben, sehr schlecht und lächerlich. Aber das ist egal: Wenn jemand diesen Flyer in die Hand kriegt und Bock auf das hat, was wir machen, dann meldet er sich trotzdem. Das hat super funktioniert. Mein Tipp: Ihr müsst keine Hauswand plakatieren und euch keinen großen Kopf darum machen, wie etwas aussieht oder präsentiert wird. Es muss nicht alles perfekt sein: Wenn die Leute Lust haben, dann kommen sie auch so. Wichtig ist nur, sie zu informieren.

Wenn’s um offizielle Unterstützung geht, kann ich nur Folgendes raten: Man sollte es immer weiter versuchen, niemals aufgeben. Und wenn man merkt, dass eine Person einem nicht helfen kann oder möchte, dann geht man zur nächsten. Irgendwann wird man einen Anfang finden. Timing, Glück und Durchhaltevermögen sind wichtig.

 

“Ich hoffe, dass in den Köpfen der Leute eines Tages ankommt, dass Esports Sport ist, der es verdient, so genannt zu werden.”

 

Warum sollten sich Leute dir und deinem Club anschließen?

Nico: Generell würde es jedem Esports-Fan gut tun, sich uns anzuschließen, weil wir Events planen, an denen sie teilnehmen können. Wenn man in der Uniliga spielen möchte, kann man unserem Team beitreten und in der Liga mitmischen. Wir wollen in Zukunft definitiv ein Vereinsleben aufbauen – Grillabende, Stammtisch, Public Viewing und so weiter. Wir sind ein Netzwerk, das größer werden soll. Umso mehr Leute dabei sind, desto mehr Vorteile gibt’s für jeden Einzelnen.

Ich hoffe, dass dieses ganze Programm Früchte trägt. Ich hoffe, dass in den Köpfen der Leute eines Tages ankommt, dass Esports Sport ist, der es verdient, so genannt zu werden. Und ich hoffe, dass wir eines Tages anerkannt und nicht belächelt werden, wenn wir in der Öffentlichkeit darüber reden.

Danke für deine Zeit, Nico!

Wenn du Teil der OvGU-eSports werden möchtest oder konkrete Fragen an Nico hast, kannst du ihn und seine Initiative via Facebook oder Mail direkt kontaktieren.

Du möchtest weitere Ambassadors kennenlernen? Dann setze dich mit ihnen in Verbindung! Hier geht’s zur Übersicht aller Ambassadors in Deutschland. Sprich sie an und hilf dabei, Esports an deutschen Unis zu fördern. Weiterführende Infos findest du auf der Ambassadors-Webseite.

 


5 months ago

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