Kreativwettbewerb „Champion-Werkstatt“ – Gewinner-Champion „Loutkar“ im Spotlight

von Riot Kengen

Die Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse an der Josef-Durler-Schule in Rastatt haben am Kreativwettbewerb „Champion-Werkstatt“ teilgenommen und mit ihrem eingereichten Champion namens Loutkar den Hauptpreis gewonnen: eine Reise nach Paris zum WM-Finale für die gesamte Klasse sowie ein Splashart des erstellten Champions. 

Wir haben mit den Schülerinnen und Schülern der Eingangsklasse des Fachbereichs Gestaltungs- und Medientechnik des Technischen Gymnasiums sowie mit dem Klassenlehrer Dr. Simon Maria Hassemer gesprochen, um mehr über die Entstehungsgeschichte des mysteriösen Puppenspielers Loutkar zu erfahren. 


Vom ersten Entwurf bis zum fertigen Champion

Vom Kreativwettbewerb selbst mussten weder der Klassenlehrer noch die Schülerinnen und Schüler überzeugt werden. Während sich der Klassenlehrer Dr. Hassemer wissenschaftlich mit Videospielen beschäftigt und auf verschiedenen Tagungen über Gamification-Didaktik referiert, sind unter den Schülerinnen und Schülern wahre League-Experten, die zum Teil in der schuleigenen Esports-Mannschaft ihr Können unter Beweis stellen. Doch nicht alle Teilnehmenden konnten auf Anhieb etwas mit dem LoL-Universum anfangen. 

„Ich war für die Hintergrundgeschichte zuständig und hatte davor eigentlich gar nichts mit LoL zu tun. Im Endeffekt habe ich sehr viel über das Universum und über das Spiel erfahren. Für jemanden, der LoL nicht kennt, ist das Projekt sehr informativ“, meint die Schülerin Gabi. Jil fügt hinzu: „Ich persönlich spiele das Spiel sehr oft. Mir hat es viel Spaß gemacht, einfach selbst kreativ zu werden und Figuren zu erstellen.“ In der Anfangsphase des Wettbewerbs widmete die Klasse ihre Aufmerksamkeit vorrangig dem Universum sowie den bestehenden Champions, ihren Besonderheiten und Fähigkeiten. Auf dieser Grundlage machten sich die Schülerinnen und Schüler daran, erste Champion-Entwürfe zu gestalten.

In Gruppenarbeit wurden mehrere Charaktere designt – teilweise bereits mit Skizzen, Hintergrundgeschichten oder Fähigkeiten. Welcher ausgearbeitete Entwurf schließlich final ausgearbeitet werden sollte, hat die Klasse demokratisch entschieden – nachdem sogar Expertenmeinungen von LoL-Spielern eingeholt und in den Entscheidungsprozess eingebunden wurden. Schlussendlich machte Loutkar das Rennen – ein Puppenspieler mit einer schicksalsträchtigen Hintergrundgeschichte.  


Puppenspieler zu Gast an der SmartSchool

Die Josef-Durler-Schule ist eine SmartSchool – eine, die aufgrund ihres breiten digitalen Profils von der Bitkom als solche ausgezeichnet wurde. Seit diesem Schuljahr verfügen alle Schülerinnen und Schüler des Technischen Gymnasiums über ein eigenes iPad, alle haben jederzeit Zugriff auf die Cloud, in der Unterrichtsmaterialien hochgeladen werden, und können sich zudem über die Chatfunktion austauschen. Doch wäre das Projekt in dieser Form auch an jeder anderen Schule möglich gewesen? „Ja“, meldet sich ein weiterer Schüler zu Wort, „wir haben die Technik eigentlich nur für die Visualisierung und die Hintergrundgeschichte genutzt, das wäre auch mit Stift und Papier möglich gewesen.“ Dr. Hassemer fügt hinzu: „Wir sind online verbunden und haben dadurch eher die Möglichkeit, uns für ein Projekt gut zu organisieren und miteinander zu kommunizieren. Einige von uns haben sich da besonders reingehangen und die Zeit außerhalb des Unterrichts genutzt.“ 

In kreativer Gruppenarbeit ist nach und nach das Design des Puppenspielers mitsamt seiner Marionette erarbeitet worden. Während einige die Hintergrundgeschichte verfassten, fokussierten sich die LoL-Experten auf die Fähigkeiten:

Loutkar ist ein Champion, der immer hässlicher wird, je weniger Leben er hat. Bei jedem selbst getätigten oder unterstützendem Kill nimmt er die Seele und Geisteskraft seines Gegners auf und steigert auf diese Weise seine Fähigkeiten. Dazu gehören beispielsweise „Fädenhiebe“, wobei Loutkar mit den Fäden seiner Marionette auf Gegner einschlägt, oder „Puppenspiel“, bei dem der Champion mit seiner Puppe tanzt und mit den dabei freigesetzten Seelen sich selbst oder einem befreundeten Champion Leben einhaucht. An passenden Skill-Icons wurde obendrein ebenfalls getüftelt. 

Auch bei der Hintergrundgeschichte überzeugte die Klasse mit Kreativität: Der in einem Waisenhaus unter grausamen Bedingungen aufgewachsene Loutkar hatte immer seine Marionette zur Seite, die einst die Seele seiner verstorbenen Mutter in sich aufgenommen hatte. Er erlebte viele Schicksalsschläge und segnete eines Tages selbst das Zeitliche, doch dank seiner Marionette konnte er als lebender Toter seinen Weg zur Schatteninsel fortführen: Er hatte eine neue Heimat gefunden, aber auch erkannt, wie er nach all den Jahren der Schwachheit und des Hungerns zu neuer Stärke gelangen konnte: Durch das Sammeln von Seelen. So treibt es ihn und seine Marionette auch heute durch ganz RUNETERRA auf der Suche nach frischen Seelen. Und wo könnte er solche besser finden als in den Arenen. Und so endet die (im wahrsten Sinne des Wortes) fesselnde Story von Loutkar.


Das Highlight aus Resinharz 

Moderne Technik wie 3D-Drucker stehen den Schülerinnen und Schülern für ihre Projekte außerdem zur Verfügung. So kam es dazu, dass Loutkar mit seiner Marionette auf einer Online-Plattform in 3D modelliert und schließlich mithilfe des 3D-Druckers als Resinharz-Figur spontan über Nacht ausgedruckt werden konnte. Mit Geduld und Fingerspitzengefühl wurden schließlich noch die Fäden an der gerade einmal 40 Millimeter großen Marionette befestigt, bis das Werk vollbracht war:

Nun steht der Klasse das nächste Gemeinschaftsprojekt bevor: Die gemeinsame Reise zum Finale der Weltmeisterschaft 2019 in Paris. 

 


1 week ago


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