Gnar
Das fehlende Bindeglied
Die Zeit schreitet unaufhaltsam voran, doch nicht für Gnar. Der vor Millennien geborene Yordle Gnar wurde geschnappt und in Wahrem Eis gefangen, wodurch er – buchstäblich – in der Zeit eingefroren war. Zivilisationen taten sich hervor und zerfielen wieder, während der prähistorische Yordle geistesabwesend vor sich hin starrte, doch nichts – nicht einmal Wahres Eis – konnte Gnar für alle Ewigkeit festhalten. Nachdem er sich befreit hatte, durchstreifte Gnar Runeterra, bis er von seinen Yordle-Nachfahren hereingelegt wurde. Doch wie sie schon bald herausfinden würden, verbirgt sich hinter dem kleinen Jungen eine Bestie.

Fähigkeiten

  • Passive Fähigkeit: Wutgen

    Gnar baut im Kampf Wut auf. Sobald seine Wut vollständig aufgeladen ist, transformiert ihn seine nächste Fähigkeit in Mega-Gnar, wodurch er zusätzliche Rüstung, Magieresistenz, Leben und Angriffsschaden auf Kosten von Lauftempo, Angriffstempo und Angriffsreichweite erhält. Falls Mini-Gnar keine Fähigkeit ausführt, transformiert er sich nach einigen Sekunden ohnehin in Mega-Gnar. In seiner Gestalt als Mega-Gnar nimmt seine Wut langsam ab. Sobald sie erschöpft ist, verwandelt er sich zurück in Mini-Gnar. Nach der Transformation zurück wird Mini-Gnar kurzzeitig müde und kann ein paar Sekunden lang keine Wut aufbauen.

  • Q: Mini Gnar - Bumerang-Wurf

    Gnar schmeißt seinen Bumerang in eine ausgewählte Richtung und verursacht Schaden am ersten getroffenen Gegner, während er gleichzeitig eine Verlangsamung wirkt. Nachdem er einen Gegner gestreift hat, verlangsamt sich der Bumerang, bevor er zu Gnar zurückkehrt und verringerten Schaden an allen Gegnern verursacht, die sich auf seiner Flugbahn befinden. Falls Gnar ihn auffängt, verringert sich die Abklingzeit von „Bumerang-Wurf“ erheblich.

    Mega Gnar - Felswurf

    Gnar wirft einen riesigen Felsblock in eine ausgewählte Richtung, wodurch er am ersten Ziel, das sich in seiner Flugbahn befindet, und allen Gegner in der Nähe Schaden verursacht und sie verlangsamt. Sobald er auf dem Boden aufgekommen ist, kann Gnar den Felsblock aufheben, um die Abklingzeit von „Felswurf“ zu verringern.

  • W: Mini Gnar – Aufgedreht (passive Fähigkeit)

    Verursacht bei jedem dritten Angriff auf ein Ziel oder jeder dritten Fähigkeit einen Teil dessen maximalen Lebens als magischen Schaden. Immer wenn „Aufgedreht“ ausgelöst wird oder wenn Mega-Gnar sich wieder in Mini-Gnar zurückverwandelt, erhält er einen mittleren Lauftempo-Boost, der mit der Zeit abklingt.

    Mega Gnar – Prügel

    Gnar stellt sich auf seine Hinterbeine, bevor er seine Fäuste auf den Boden drischt, wodurch er an allen Gegnern vor sich Schaden verursacht und sie betäubt.

  • E: Mini Gnar – Hops

    Gnar springt in eine ausgewählte Richtung und erhält einen mittelstarken Angriffstempo-Schub. Sollte Gnar auf einer Einheit landen, prallt er ab und hopst erneut in dieselbe Richtung. Sollte Gnar auf einer gegnerischen Einheit landen, verursacht er zudem Schaden und verlangsamt diese.

    Mega Gnar – Knirsch

    Gnar springt in eine ausgewählte Richtung, verursacht Schaden und verlangsamt alle Gegner, auf denen er direkt landet.

  • R: Mega Gnar - GNAR!

    Gnar bekommt einen Wutanfall und schleudert alle Gegner um ihn herum in eine ausgewählte Richtung. Alle geschleuderten Gegner werden verlangsamt und erleiden Schaden, während Gegner, die in Mauern geschleudert wurden, zu denen auch Türme und Strukturen der Basis gehören, zusätzlichen Schaden erleiden und betäubt werden.

Spielweise

Gnar ist ein prähistorischer Yordle, der am besten in die obere Lane der Kluft passt. Als Transformations-Champion mit klaren Stärken und Schwächen, sowohl in seiner Mini- als auch in seiner Mega-Gestalt kämpft Gnar am besten, wenn er seine Wutausbrüche vorausplant und im späteren Matchverlauf sein Unwesen am effektivsten als Tank oder Kämpfer treibt.

Obere Lane

Gnars Wutometer füllt sich zu Matchbeginn noch langsam, deshalb ist es ausschlaggebend, wie gut ihr seine Mini-Gestalt beherrscht, um in der Anfangsphase erfolgreich zu sein. Glücklicherweise hat Mini-Gnar eine Menge Tricks in seinem pelzigen Ärmel, um seine verletzlichere Gestalt aus gegnerischen Aggressionen herauszuhalten. „Bumerang-Wurf“ verursacht anständigen Schaden an seinem Lane-Kontrahenten und seine Verlangsamung hilft Gnar dabei, auf Abstand zu bleiben und Vergeltungsschläge zu vermeiden. Sobald es freigeschaltet ist, sorgt „Aufgedreht“ für zusätzlichen Schaden, wodurch Gnar mit zeitlich sinnvoll eingesetzten normalen Angriffen und wiederholtem „Bumerang-Wurf“ die Lane im Griff hat. Mini-Gnar hebt sich „Hops“ am besten als Fluchtmöglichkeit auf: Die Fähigkeit ist zuverlässig, um dich aus dem Kampf zu bringen und kann gegen Lane-Gegenspieler oder Jungler eingesetzt werden, die auf ihn zukommen und ihn ausschalten wollen.

Und dann gibt es da Mega-Gnar. Als brutale Bestie mit ordentlich Massenkontrolle und überraschenden Schadensspitzen steht Mega-Gnar für einen komplett anderen Spielstil, der ihn mit eingebauten Stärken und Schwächen vervollständigt. Er ist ein Moloch: langsam, stark und robust – und auch wenn er empfindliche Schadensspitzen austeilt, hat er wenig, womit er nachziehen kann. Wo Mini-Gnar wendig genug ist, um am Rande der Schlacht umher zu flitzen, findet man Mega-Gnar mitten im Kampfgetümmel. Nachdem er sich mit „Knirsch“ mitten rein katapultiert, um sich seinem gegnerischen Top-Laner zu stellen, sollten alle bis auf die die defensivsten Gegner mit schnellen Folgen von „Felswurf“ und „Prügel“ ordentlich zu tun haben. Aber Gnar muss auch mit spürbaren Schwächen zurechtkommen, vor allem, wenn er Ziel eines Ganks wird. Mega-Gnar hat keine effektiven Fluchtmöglichkeiten und muss sich auf das schiere Leben und Resistenzen verlassen, um auf den Beinen zu bleiben, während er sich unter den nächsten Turm in Sicherheit schleppt. Aber die Dinge ändern sich, sobald Gnar Stufe 6 wird und „GNAR!“ freischaltet! Einerseits haut er damit ordentlich zu, andererseits ist es auch von Nutzen, um Gnar das Leben zu retten – und das des Gegners zu beenden – vor allem, wenn die Gegner in Richtung Mauern taumeln. Lockt euer Gegenüber mit Mini-Gnar ins hohe Gras, transformiert euch dann und nutzt „GNAR!“, um es in eine Mauer zu schmeißen, wodurch das Opfer betäubt ist, während ihr es mit dem Rest eurer Fähigkeiten in Grund und Boden haut. Sollte euer Gegner besonders kühn sein und sich in die Nähe eures Turms wagen, nutzt die Fähigkeit, um ihn genau dort zu betäuben. Wenn ihr gerade versucht, einen Gank zu überleben, sollte euch das Wegwerfen genug Zeit verschaffen, um euch aus dem Staub zu machen.


Teamkämpfe

Gnar durchläuft während Teamkämpfen drei unterschiedliche Phasen, die jeweils auf dem zeitlich gut abgepassten Wechsel seiner Gestalt beruhen. Zunächst einmal muss er, während Mini-Gnar Wut aufbaut, sehen, dass er sich eine Zeitlang aus Kämpfen heraushält, indem er mit normalen Angriffen kitet und „Bumerang-Wurf“ und den passiven Effekt von „Aufgedreht“ nutzt, um eine Kerbe in die Frontlinie des Gegners zu schlagen. Sobald möglich, sollte Gnar am besten direkt auf das gegnerische Team zu hopsen. Immer wenn Mini-Gnar eine Fähigkeit mit voller Wut aktiviert, transformiert er sich in Mega-Gnar, während er sie einsetzt. Auch wenn die versammelten Ziele also einen kleinen Plüschball auf sie zu springen sehen mögen, wird etwas vollkommen anderes direkt in ihrer Mitte landen.

Sobald Mega-Gnar gelandet ist, muss er so viel wie möglich unterbrechen, und zwar mit „Felswurf“ und „Prügel“, um an allen Gegnern in der Nähe sowohl Schaden zu verursachen als auch Massenkontrolle auszuüben. Hier funktioniert Gnar am besten als Tank des Teams, da er mit seinen beachtlichen Ausmaßen Skillshots blockt und die gegnerischen DDs dazu zwingt, sich auf ihn zu konzentrieren. Von höchster Wichtigkeit ist es, zu wissen, wann ihr „GNAR!“ einsetzt: Geschicktes Timing kann mehrere Championfähigkeiten gleichzeitig unterbrechen, während kluges Positionsspiel das gesamte gegnerische Team auf einmal in Strukturen katapultieren kann, wodurch sie durch die Reihe weg betäubt werden und Gnars Verbündeten die Gelegenheit geben, ein paar Kills abzuräumen.

Während Mega-Gnars Wutometer absinkt, glänzen Gnars Stärken besonders, um ordentlich aufzuräumen. Er ist schnell, er kann mit „Hops“ Lücken schließen und seine normalen Angriffe lösen, wenn in ausreichender Zahl ausgeführt, „Aufgedreht“ aus und verpassen Mini-Gnar einen mächtigen Lauftempo-Schub. Wenn dann noch „Bumerang-Wurf“ dazu kommt, bleiben bei Gnar keine Wünsche mehr offen, sodass er seine Ziele schnappen und ausschalten kann.

Synergien

Versteht sich gut mit:

Lulu - Die Zauberin der Fae

Lulus Fertigkeiten machen Gnars Schwächen wunderbar wett und ergänzen die Stärken beider Gestalten. Sie kann Mini-Gnar mit „Hilf, Pix!“ einen Schild bieten, sobald er angegriffen wird, während „Laune“ Mega-Gnar die benötigte Beweglichkeit verschafft, damit er am gegnerischen Team dranbleiben und seinen Flächenschaden auspacken kann.


Amumu - Die traurige Mumie

Im späteren Spielverlauf blüht Gnar auf, wenn er einen ausgemachten Tank-Initiator dabei hat, dem er sich anschließen kann. Dafür ist Amumu geradezu perfekt: Seine Kombo aus Q und R setzt das gegnerische Team fest, was bedeutet, dass Mega-Gnar „Knirsch“ ziehen und Amumus Flächenschaden mit seinem eigenen vervollständigen kann.


Orianna - Die Aufziehpuppe

Das Ballspiel beginnt immer, wenn Mega-Gnar in das gegnerische Team springt! Mit einer Kombination aus „Knirsch“ und „Befehl: Schockwelle“ (also „Knirschwelle“) verursacht ihr vernichtenden Schaden und Orianna kann mit „Befehl: Dissonanz“ nachziehen, wodurch die Gegner verlangsamt und Mega-Gnars sonst recht schwerfälliger Gang beschleunigt werden.

Unbequem wird es mit:

Teemo - Der flinke Späher

Teemo schlägt Gnar über die Reichweite und verursacht mit „Giftschuss“ genug Schaden über Zeit, um ihn in einem Zermürbungskrieg zu schlagen. Der flinke Späher kann Gnar zudem in Schlachten mit normalen Angriffen blenden oder „Schnelle Bewegung“ einsetzen, um vom Bumerang bis zum Felsblock allem auszuweichen, was Mega-Gnar aufzubringen hat.


Irelia - Der Wille der Klingen

Auch wenn Gnar sich mit Irelia zu Beginn ganz nette Schlagabtausche liefern kann, hat sie ab Stufe 5 all den absoluten Schaden, anhaltenden Schaden, Schnelligkeit und Widerstandsfähigkeit, die es braucht, um Gnar im Kampf zu besiegen, was bedeutet, dass das fehlende Bindeglied nur wenig Alternativen hat, als unter seinem Turm zu farmen und sich auf seinen Jungler-Supporter zu verlassen.


Fizz - Der Gezeitentäuscher

Fizz stellt für beide Gnar-Erscheinungsformen ein Problem dar. Er ist flink und mächtig genug, um Mini-Gnar absaufen zu lassen, bevor er die Gelegenheit bekommt, sich zu transformieren, und „Verspielt/Täuscher“ kann Mega-Gnars nicht unbedeutender Macht und Massenkontrolle ausweichen, sogar „GNAR!“

Einblicke in die Championentwicklung

Gnar, entwickelt von gypsylord

Reden wir Transformisch!

Transformations-Champions sind historisch betrachtet in League of Legends immer am schwierigsten in ein Gleichgewicht zu bringen, da sie immer wieder auf eine dominante Gestalt hinauslaufen: etwa funktionierte Nidalee vor 4.10 am besten in Menschengestalt, wenn sie nicht dringend schnell davonlaufen musste, und Jayce sitzt fröhlich die meiste Zeit des Matches mit seiner Kanone da. Es bringt gar nichts, beiden Formen einzigartige Stärken und Schwächen angedeihen zu lassen, wenn sie nach eigenem Belieben transformierbar sind, um die Schwächen hinter sich zu lassen. Schauen wir uns Jayce an: Wie soll ein Nahkampf-Champion ihm im Duell Mann-gegen-Mann etwas entgegensetzen, wenn Jayce ebenso gut auf kurze Distanz ist und gleichzeitig die Möglichkeit hat, sich in einen effizienten Fernkampf-Champion zu transformieren?

Das bringt uns zu der Hauptfrage, die wir uns selbst stellten: Wie können wir einen neuen Transformations-Champion erschaffen, der sich sowohl als Spieler als auch als Gegenspieler richtig gut anfühlt? Unsere Antwort darauf war ein Champion mit klaren Stärken und Schwächen in beiden Versionen und die Einschränkung der Kontrolle des Spielers darüber, in welcher Gestalt er spielt. Nach monatelangen Testläufen kam dabei das (manchmal) anbetungswürdige Fellknäuel namens Gnar heraus.


Was ist also bei ihm anders? Nun, Mini-Gnar zählt zu den beweglichsten Champions im ganzen Spiel. Er drückt ordentlich anhaltenden Schaden raus und kitet unglaublich gut, doch wenn er sich einmal schnappen lässt, ist er so gut wie tot. Dahingegen ist Mega-Gnar ein echter Koloss. Er ist ein Tank und hat überraschend hohe Schadensspitzen zu bieten, starken Flächenschaden und Massenkontrolle. Dafür ist er sehr langsam, was für seine Gegner bedeutet, dass sie ihm aus dem Weg gehen können, indem sie schlichtweg eine andere Richtung einschlagen. Durch das Wegnehmen der Kontrolle über die Form von Gnar muss er vorausberechnen, wann er aufploppt (oder ähm ... zuploppt?) und sich entsprechend positionieren und darauf vorbereiten, eine komplett andere Spielweise zu verinnerlichen, wodurch er um einiges komplexer ist und sein Gameplay an Tiefe gewinnt. Dies bedeutet auch, dass – zum ersten Mal – das Erlernen, wie man während der Übergänge von Gnars Erscheinungsformen spielt, ebenso wichtig ist wie das Meistern der Spielstile seiner beiden Gestalten selbst.

Wir sind sehr gespannt darauf zu sehen, was ihr aus Runeterras nächstem Champion macht. Lasst es uns in den Kommentaren wissen!