
Jericho Swain bezwang letzte Nacht Keiran Darkwill in einem Duell um die Herrschaft über Noxus, was ihm die Unterstützung des Oberkommandos einbrachte. Trotz der Gerüchte um eine Verstrickung in den Skandal der Kriegsakademie in Kalamanda wurde Swain zum Großen General ernannt – dem höchsten Rang in Noxus.
Das Oberkommando war sich zwischen den beiden Männern uneins, seitdem Swain Anfang dieses Monats zurückgekehrt war. Keiran Darkwill forderte Swain zu einem Duell heraus, um den Disput beizulegen, und behauptete, solch ein Stillstand wäre „Feigheit“. Viele Mitglieder des Oberkommandos hielten dies für einen starken Schritt und erwarteten den Sieg Keirans, da er bekanntermaßen ein talentierter Duellant ist.
Augenzeugen berichteten, dass Keiran zunächst die Oberhand behielt und Swain immer mehr in eine Ecke drängte. „Der Meister der Taktik stand mit dem Rücken zur Wand“, erklärte ein Beobachter. „Ich hörte, wie er sagte ‚Schau genau hin‘ und verschwand – bis er hinter Keiran wieder auftauchte. Swain riss ihn zu Boden und hielt den armen Tropf mit seinem Festhaltezauber gefangen.“ Als Keiran bewegungsunfähig war, rief Swain General Darius, seinen prominentesten Unterstützer, zu sich.
„Swain erklärte sich zum Sieger und überließ es Darius, Keiran Darkwills ‚Stärke zu beurteilen‘“, erklärte Kanzler Malek Hawkmoon. „Das war für Darius ein Leichtes. Ohne ein weiteres Wort hob er seine Axt – und trennte Darkwills Kopf ab.“
Die versammelten Mitglieder des Hohen Rates stimmten geschlossen dafür, dem Meister der Taktik ihre Loyalität zu schwören. Nun, da niemand übrig war, der Einspruch gegen seinen Anspruch erhob, ernannte das Oberkommando Jericho Swain zum Großen General von Noxus. „Das war die beste Demonstration von Macht, der ich je beigewohnt habe“, konstatierte Kanzler Malek Hawkmoon. „Swain stellte sich der Herausforderung seines Kontrahenten, setzte seinen Verstand und seine Raffinesse ein, um ihn zu besiegen, und demonstrierte seine Fähigkeit, Befehle zu erteilen. Noxus wird unter der Herrschaft Jericho Swains fürwahr mächtig sein.”
Auch wenn das Oberkommando seine Herrschaft angenommen hat, wird Swains Führung in den weniger wichtigen Häusern kontrovers diskutiert. Manche beschuldigen Swain der bereitwilligen Teilnahme an Heywan Relivashs Intrige, um Kalamanda an sich zu reißen. Katarina, die unheimliche Klinge persönlich, kommentierte: „Er gab der Liga Kalamanda im Austausch gegen die Macht über Noxus. Ein kühner Schritt. Ein starker Schritt. Die Starken mögen hier an die Macht kommen, aber dies wäre nicht Noxus, gäbe es nicht immer auch andere, die die Stärke besitzen, die Mächtigen herauszufordern.“
Die Behörden nahmen Anfang der Woche Heywan Relivash fest, nachdem eine Durchsuchung seines Wohnhauses seine Beteiligung am Kalamanda-Skandal aufdeckte. Die enthüllten Beweise zeigten zudem, dass Ralston Farnsley, Chefredakteur des Boten der Gerechtigkeit, als Mitverschwörer in Relivashs Intrige verstrickt zu sein scheint. Beide Männer wurden ergriffen, während sie in Noxus Asyl suchten, und stehen nun in der Kriegsakademie vor Gericht.
Eine gemeinsame Untersuchung, angeführt von Jarvan IV. und Katarina Du Couteau, folgte der Spur der in Demacia gefundenen Beweise bis zu Relivash. In seiner Wohnung entdeckten Ermittlungsbeamte ein Modell der DSS Excursion und verschlüsselte Notizen, welche deren Sabotage ausführlich beschrieben, wodurch die Beweise, die Anfang des Monats in Demacia gefunden worden waren, bestätigt wurden. „Relivash hat Noxus die ganze Zeit an der Nase herumgeführt“, kommentierte Katarina. „Er brachte uns und Demacia gegeneinander auf – alles nur, damit die Liga den Nexus in Kalamanda für sich beanspruchen konnte!“
Unter den gefundenen Beweisstücken befanden sich zahlreiche Korrespondenzen zwischen Heywan Relivash und einem ungenannten Kontakt, auf den nur mit ‚RF‘ Bezug genommen wurde. Nähere Untersuchungen ergaben, dass der Zeitraum dieser Schreiben perfekt mit den Ereignissen in Kalamanda zusammenpasste.
„Der Bote der Gerechtigkeit wurde benutzt, um geheime und verschlüsselte Informationen von Heywan an die an der Verschwörung beteiligten Personen weiterzuleiten, und Ralston Farnsley war sein Hauptkontaktmann“, erklärte Jarvan IV.
Die Behörden nahmen Relivash und Farnsley fest, nachdem Talon, der auf eigene Faust handelte, sie am Stadtrand von Noxus aufgespürt hatte. Sie wurden in Gewahrsam genommen, bevor sie innerhalb der Mauern von Noxus um Asyl bitten konnten. Das Netzwerk der Mitverschwörer um Relivash und Farnsley schloss zahlreiche Autoren des Boten der Gerechtigkeit mit ein. Die Verhaftungen dieser Kontaktleute werden in den kommenden Wochen fortgesetzt, sobald die Beweise weiter untersucht worden sind.
Trotz der Verhaftungen schwillt die Protestwelle gegen die Kriegsakademie in den Straßen Demacias und Noxus weiter an. Als Antwort auf die sich verschärfende Lage gab Hoher Rat Vessaria Kolminye folgende Stellungnahme ab: „Bürger Valorans, die Liga der Legenden hat euren Schutz versprochen und darin haben wir versagt. Doch in Folge dieser Ereignisse müssen wir stark bleiben. Wir dürfen nicht zulassen, dass die eigennützigen Taten eines Mannes das zerstören, was wir aufgebaut haben. Wir dürfen uns nicht in einen Krieg stürzen, haben wir uns doch anhaltendem Frieden verschrieben. Bleibt an unserer Seite und wir werden wieder neu erstehen.”
Also, treue Leser, das ist es nun: das Ende des Boten der Gerechtigkeit. Die Verstrickung unseres Chefredakteurs Ralston Farnsley in den Relivash-Skandal hat uns des guten Willens der Akademie beraubt. Deshalb wird die Redaktion geschlossen. Keiner von uns hat dies kommen sehen—nun ja, die meisten von uns, denn ich höre gerade, dass Henril Dreving vor einer Stunde festgenommen wurde. Der Rest der Redaktion ist nicht fieberhaft dabei, seinen Namen zu ändern und nach Piltover zu fliehen, um von dort aus ein Flucht-Luftschiff nach Bilgewasser zu nehmen, also hoffe ich, dass wir nicht noch mehr zu verstecken haben.
Da unser vormaliger Chefredakteur im Augenblick in der Kriegsakademie gefangen gehalten wird, gibt es keine festen Regeln, wie diese Ausgabe aussehen soll. Viele von uns wollten euch für eure fortwährende Unterstützung danken. Also habe ich all jene von uns, die ihre Schreibfeder noch nicht eingepackt und sich auf den Heimweg gemacht haben, zusammengetrommelt – ja, sogar L.B. Briskes. Er kann euch bestätigen, dass mich das eine Flasche vom Unruhestifter-Tröpfchen erster Güte und das Versprechen gekostet hat, ihn nie wieder zu behelligen. Aber sagt mir eins, Beschwörer: was ist ein abgespannter, pathetischer, rettungslos eitler Schreiberling ohne ein Publikum, das bei jedem seiner Worte andächtig staunt und gewichtig seufzt?
Ram Steed schaute neulich zum ersten Mal seit Monaten wieder in unserem Büro vorbei und wollte „die Wahrheit verkünden“ und „die ganze Geschichte erzählen“. Als ich ihm erzählte, er würde nur diese letzte Chance haben, dies zu tun, wurde er rot wie eine Bombe kurz vor der Hexplosion und fing sofort an zu schreiben.
Und natürlich würden Richor und Aria niemals zögern, wenn sie die Chance haben, das letzte Wort zu haben.
Das war’s dann also: Kaldera Carnadine meldet sich ab. Danke für alles, Beschwörer, und lebt wohl!
„Alles hat einmal ein Ende“ scheint das Motto des Tages zu sein. Er begann, als ich feststellte, dass ein aufgebrachtes Redaktionsmitglied (in einem Anflug lang unterdrückter Feindseligkeit) den gesamten Inhalt meiner Minibar, meinen Schreibtisch-Aperitif, meinen Whisky-Zweitflachmann aus der Schublade, meinen Cognac aus dem ausgehöhlten Runenbuch, meine als falsche Statue getarnte Backup-Weinflasche und meinen schwarzgebrannten Falltür-Schnaps auf den Boden meines Büros schüttete. Dann, als ich mir still vor mich hin sinnierend das letzte Tröpfchen Bourbon aus meiner falschen Blumenvase einflößte, informierte man mich, dass das agitatorische Geschwafel, das meine Journalistenkollegen als verlässliche Nachrichtenquelle ausgegeben hatten, zu meiner Überraschung, in der Tat agitatorisches Geschwafel war. Daraufhin wurde ich informiert, dass man mir nur ein paar Stunden gab, jedwede liebgewonnenen Habseligkeiten aus meinem Büro zu entfernen. Den Überbringer dieser Nachricht informierte ich meinerseits darüber, dass dies ohne die Hilfe eines Wischlappens ein sinnloses Unterfangen wäre.
Es sieht also so aus, als neige sich meine Zeit als Sonnenschein vom Dienst unserer fragwürdigen Publikation ihrem Ende zu.
Auch wenn ich für mich immer wieder darauf bestanden habe, dass ich lieber dem Baron ein Körperpeeling verpassen oder mich an einer intellektuellen Debatte mit „Doktor“ Mundo beteiligen würde, als ernsthaft für meinen Lebensunterhalt zu arbeiten, möchte ich diesen letzten Augenblick nutzen, um diesen Punkt noch einmal zu wiederholen. Dies ist die wahrhaftige Befreiung. Ich habe Olivia bereits angewiesen, eine Verkostungstour in den Weinbergen Nord-Ionias zu organisieren. Zudem habe ich einem Autorenkollegen namens Lain, der für ein Revolverblatt von der Konkurrenz etwas zu Papier bringt, das ich nur als destilliertes Sickerwasser beschreiben kann, eine Nachricht zukommen lassen. Sie beschreibt ausführlich, wie ich mich an den Stränden Valorans aalen werde, unbehelligt von Abgabefristen, Wortzahlen und moralischen Beschränkungen, während er darum ringt, der Niederschrift seiner Gedanken ein, wenn auch noch so marginales, Quäntchen Stil einzuhauchen. Ich denke, ich werde eine neue Art Zeitung aufmachen, in der ich meine Heldentaten mit nur dem Mindestmaß an poetischer Freiheit, das ich mir regelmäßig selbst vorbehalte, darstelle, ausschließlich um ihn zu quälen.
Dennoch betrachtet Olivia mich zurzeit mit einem Ausdruck, den man als „bissig-herablassend“ charakterisieren könnte und meine Vase hat ihr letztes Tröpfchen vergossen. Lebt wohl, meine mich zweifelsohne anbetenden Massen, ihr werdet vermisst werden … von meinen nun erwerbsunfähigen Kollegen. Ich dagegen begebe mich fröhlich von dannen, um mich meinem Notfall-Baumstamm-Likör zu widmen!
Unsere Arbeit hier hat ein Ende, Beschwörer! Die Liga hat gesprochen und die Stimme des Volkes verstummt. Die Niedertracht Ralston Farnsleys und seiner Helfer hat einen Makel auf diesem Büro hinterlassen und so ziehen wir, die wir führungslos zurückgelassen wurden, uns in unsere eigenen Gefilde zurück.
Ihr treuen Söhne Noxus’, betrachtet dies als euren Schlachtruf. Die Liga der Legenden hat gezeigt, dass selbst ihre Hallen Anarchisten und Verschwörern nicht unzugänglich sind. Für die Reihen der Getreuen bleibt nur eine einzige Bastion. Die Bannerträger versammeln sich in den Hallen eures Heimatlandes. Heißt diese neue Ära unter den wachsamen Augen des Raben willkommen!
Ewige Stärke!
Bürger Demacias: gefährliche Zeiten liegen vor uns.
Ich werde den wenigen Platz, der mir hier zugestanden wird, nicht mit leichtfertigen Worten verschwenden. Die Situation ist furchtbar: trotz des Vertrauens, das wir in ihre Anführer gesetzt haben, hat sich die Kriegsakademie als heuchlerischer und ungerechter Verbündeter erwiesen. Swain, der Meister der Taktik, ist in Noxus an die Macht gekommen und vereint das Oberkommando hinter dem, was jeder wahre Demacier als seine Tyrannei erkennt. In diesen ernsten Zeiten muss Demacia allein bestehen. Wir können uns auf nichts als unsere eigenen Ideale und Überzeugungen verlassen. Wir müssen uns gegen die hinterhältige Gier der Kriegsakademie und den unendlichen Blutdurst der noxischen Kriegsmaschinerie behaupten.
Unser Licht, gerecht und wahrhaftig, muss die Dunkelheit zurückdrängen. Erhebt euch, Bürger, und trefft die Ungerechtigkeit direkt in ihr Herz.
Demacia: jetzt und immerdar.
Seid gegrüßt, Freunde, Bewohner Runeterras, Landsmänner! Ich bin es, Ram Steed, und ich bin zurückgekehrt. Seid versichert, dass die Gerüchte über mich wahr waren – ich wurde zum Schweigen gebracht! Bis jetzt! Kaldera hat es mir gestattet, einmal mehr die Feder im Dienste des Boten zu zücken – und euer ergebener Reporter ist sich nicht zu schade, diesen dampfenden Abfallbergen, die sie Geschäftsführung nannten einen ordentlichen Tritt zu verpassen und zu rufen: „Endlich! Ihr hättet gar nicht früh genug fallen können! Zu schade, dass ihr diese Bastion des Journalismus mit in den Abgrund reißen musstet, ihr Schlangen!“
Oh, so viele Monate ist es her. Ich hatte mich gerade von meiner Episode als Shacos Nadelkissen erholt und brannte darauf, mich wieder ins Getümmel zu stürzen. Und wo war dieses Getümmel? Richtig, in Kalamanda. Euer ergebener Reporter nutzte seinen scharfen Verstand und seine unermüdlichen investigativen Fähigkeiten, um ganz tief einzutauchen und der Sache auf den Grund zu gehen – und ich habe ihn gefunden. Bevor ich diese weltbewegende Nachricht an das Tageslicht befördern konnte, schnappten mich Hoher Rat Heywan Relivash und sein verschwörerischer Schlägertrupp und erpressten mich auf das Gemeinste, um mich ruhigzustellen. Aber damit ist es vorbei!
Und tschüss, Ralston Farnsley! Selbst wenn du kein Schurke wärest, wüsstest du nicht einmal, was wahrer Journalismus ist, wenn er dir das Bein abbeißen würde! Verrotte in deinem Verließ, Heywan Relivash! Danke, dass du endlich die Seuche ans Licht gebracht hast, die im Herzen der Liga ihr Unwesen treibt! Und an euch alle da draußen, die ihr dazu beigetragen habt, die Bürger Valorans hinter das Licht zu führen, richtet sich mein berühmter Ram Steed-Ein-Finger-Gruß! Möge der Gerechtigkeit Genüge getan werden!
Bleibt zuversichtlich, Wahrheitssuchende! Euer ergebener Reporter wurde erneut auf die Welt losgelassen!