Noxus Geschrieben von Administrator am Wed, 07/07/2010 - 10:15

Noxus

Inmitten des weit entfernten zentral-östlichen Teils des Kontinents Valoran gelegen, ist der Menschen-Stadtstaat Noxus in vielerlei Hinsicht das moralische Gegenstück zu Demacia. Er ist eine Siedlung, in der die körperlich und geistig Starken mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln nach der Macht streben, ganz gleich welche Konsequenzen es für ihre Mitmenschen hat. Die Bürgerschaft von Noxus steht im Allgemeinen hinter diesem Prinzip und betrachtet Eigenschaften wie Güte und Mitgefühl als Zeichen der Schwäche. Stärke erzeugt Stärke, zumindest soweit es die Menschen von Noxus betrifft. Doch diese scheinbare Grausamkeit ist kein Kennzeichen für Chaos. Wie für Menschen üblich und notwendig, ist Noxus ein ordentlicher Stadtstaat, in dem Regeln die Bürgerschaft vor Schaden bewahren … zumindest vor dem, der von ihren Nächsten ausgeht. Jedoch werden in Noxus jene mit Macht zweifellos besser vom Gesetz geschützt als jene, die diese Macht nicht besitzen.

Die herrschende politische Organisation in der Stadt wird das Oberkommando von Noxus genannt und fungiert als Befehlsorgan des Militärs. In Noxus kontrolliert das Militär jeden Teil der politischen Landschaft. Es wird nicht zwischen Kriegsführung und Politik unterschieden. Der ewig jungendlich aussehende Kopf des Oberkommandos, General Boram Darkwill, herrscht seit unzähligen Jahren über Noxus. General Darkwill hat die übliche Lebensdauer eines Menschen bei weitem überschritten. Es wird gemunkelt, dass er durch nekromantische Magie am Leben gehalten wird. Solch eine Schlussfolgerung könnte Sinn ergeben, wenn man sich vor Augen führt, dass er dem Oberkommando von Nexus seit der Zeit vor König Jarvan I von Demacia vorsteht. Sein anscheinend unstillbarer Hunger nach Macht und Eroberung hat Noxus zu genau der alptraumhaften Bedrohung werden lassen, die es heute für seine Nachbarn darstellt.

Noxus

Während andere menschliche Siedlungen dazu neigen, Nicht-Menschen in ihrer Mitte willkommen zu heißen, sind die Noxianer ausgesprochen fremdenfeindlich. Nicht-Menschen gibt man, im günstigsten Falle, das Gefühl, innerhalb der Grenzen dieses Stadtstaates nicht willkommen zu sein. Es gibt Ausnahmen, doch nur, wenn Nicht-Menschen sich entweder als nützlich oder als gefürchtet erweisen (oder beides). Menschlichen Besuchern und Einwanderern ergeht es in Noxus nur geringfügig besser, da auch sie sich entweder als kompetent oder als furchteinflößend für ihre Feinde erweisen müssen.

In Noxus ist der Militärdienst für eine Zeit von sechs Jahren verpflichtend, all seine Bürger werden bis in ihre goldenen Jahre als aktive Reservisten im Dienst belassen. Das Oberkommando von Noxus behält sich das Recht vor, jeden seiner Bürger, unabhängig vom Alter, im dringenden Falle zum Militärdienst abzukommandieren. Aktiven Militärangehörigen wird ein höherer Status in der Bürgerschaft von Noxus gewährt. Es ist auch für die meisten Bürger nicht ungewöhnlich für zehn oder mehr Jahre aktiv im Militär zu dienen. Selten mangelt es im Militär von Noxus an Arbeit, selbst im derzeitigen erzwungenen Scheinfrieden, der zwischen Noxus und seinem ewigen Rivalen, den Demaciern, herrscht.

Das Oberkommando von Noxus entschied aus strategischen Gründen, sich der Bildung der Liga der Legenden nicht zu widersetzen und ging sogar so weit, sie ein wenig bei ihren Aktivitäten zu unterstützen. Den politischen Strippenziehern Valorans war klar, dass Noxus das Menetekel deuten konnte. Sich der Liga entgegen zu stellen, erst recht mit der großen Mehrheit Valorans hinter ihrer Bildung, wäre einem Selbstmord gleichgekommen. Durch ihre Unterstützung schlug Noxus zwei Fliegen mit einer Klappe. Zum einen konnte Noxus so einen gewissen Grad an Frieden zwischen sich und Demacia sichern. Dies erlaubte es Noxus, sich auf die Eroberung anderer Gebiete zu konzentrieren. Jedoch ist ihre Erfolgsbilanz in dieser Hinsicht seit der Gründung der Liga sehr enttäuschend. Zum anderen bündelte Noxus sein beträchtliches magisches Talent in der Liga, wodurch man sich einen potentiell größeren Erfolg in Konflikten gegen die Demacier versprach. Bislang war der endlose Krieg gegen Demacia vor allem genau dieses – endlos. Noxus’ Konflikt mit Demacia hat sich größtenteils auf die Richtfelder verlagert, was weniger Material und Menschen kostet. Während der Todfeind sich etwas entspannen konnte, konnte sich Noxus umso mehr erholen, ohne die eiserne Faust Demacias drohend über sich zu spüren.

Noxus ist eine Stadt, die ihren Einwohnern gleicht – düster und böse. Die Grundmauern der Stadt wurden in einen Granitberg geschlagen, ein guter Teil der Stadt liegt unterirdisch. Strukturen werden auf und in den Berg hinein gebaut. Ein gewaltiger, von Menschenhand geschaffener Burggraben, gefüllt mit einem Hexengebräu aus übelriechenden und verdorbenen Flüssigkeiten, umgibt die Stadt. So dient der Burggraben als ausgezeichnetes Mittel, den Zugang zu Noxus bis auf einige wenige Schlüsselstellen, die allesamt stark bewacht sind, abzuschneiden. Auf dem Gipfel des Granitberges befindet sich der Hauptsitz des Oberkommandos von Noxus. Das Gebäude selbst ähnelt von weitem vage einem menschlichen Schädel. Jenseits der großen Stadtmauern kampieren jene Bewohner von Noxus, die zu arm sind (oder zu viel Glück hatten), um im Inneren zu wohnen.

Die unterirdische Ebene von Noxus ist fast so groß wie die oberirdische. Zahlreiche Läden, Tavernen und Wohnungen sind im zwielichtigen Bauch des berüchtigten Stadtstaates eingeschlossen. Noxus verfügt über das größte Netzwerk an Höhlen in ganz Runeterra und zahlreiche noxische Adlige erheben Besitzanspruch auf die verschiedenen labyrinthartigen Passagen und unterirdischen Räume.