Vor gerade einmal 200 Jahren stand Runeterra am Abgrund. So schnell sich wie sich vor Urzeiten die Bewohner Runeterras in Stämmen zusammenschlossen, so schnell führten verfeindete Stämme Krieg, um ihre Meinungsverschiedenheiten zu begleichen. Und egal zu welcher Zeit, die bevorzugte Art und Weise der Kriegsführung war die Magie. Armeen wurden von Runen und Zaubern entweder aufgewertet oder dezimiert. Dabei trugen die Champions die mächtigsten, für sie angefertigten, magischen Gegenstände mit sich, als sie die Armeen anführten oder unterstützten. Beschwörer, oft die heimlichen Führer von Valorans politischen Mächten, entfesselten oft, ohne Rücksicht auf die Konsequenzen, mächtige Magie direkt auf ihre Gegner und ihr Land. Mit einer derartigen Fülle an magischer Energie, die ihnen zur Verfügung stand, gab es für die Beschwörer keinerlei Notwendigkeit, eine umweltbewusstere Art der Kriegsführung zu entwickeln.
In den letzten 200 Jahren hat der uneingeschränkte Einsatz der Magie im Krieg allerdings jedem in Valoran die Zerbrechlichkeit Runeterras und dessen Gefahren offenbart. Die letzten beiden Runenkriege haben das Angesicht Valorans dramatisch verändert, auch der Einsatz von Magie zur Behebung der Schäden, konnte dies nicht mehr rückgängig machen. Heftige Erdbeben und grauenhafte, magiegeladene Stürme machten das Leben in Valoran, auch ohne die Bevölkerung mit dem Grauen des Krieges zu belasten, zu einem einzigen Kampf. Es wurde berechnet, dass ein weiterer uneingeschränkter Runenkrieg die Welt auseinanderreißen würde.
Aufgrund der wachsanden physischen und politischen Instabilitäten kamen Valorans wichtigste Magier sowie viele mächtige Beschwörer zu der Erkenntnis, dass Konflikte auf eine kontrollierbare und systematische Art und Weise gelöst werden müssen. Sie gründeten daraufhin die Liga der Legenden, deren Aufgabe es war, die ordnungsgemäße Lösung politischer Konflikte in Valoran zu überwachen. Die Kriegsakademie wurde zur Heimat der Liga und Valorans politische Kräfte autorisierten sie dazu, die Ergebnisse der von ihr organisierten Kämpfe durchzusetzen und zu überwachen.
Die Liga beschloss, dass jeder politische Konflikt durch den Gebrauch von speziellen Arenen, die in ganz Valoran zu finden sind, gelöst werden musste. Jeder Beschwörer einer jeden politischen Seite würde einen Champion beschwören. Diese Champions würden willenlose Vasallen, die von Beschwöreranfängern durch die Manipulation eines Nexus erschaffen werden, anführen und versuchen, die Zielsetzung der jeweiligen Arena zu erfüllen. Die dabei am meisten verbreitetste Siegbedingung ist die Zerstörung des gegnerischen Nexus. All diese Arenen werden gemeinhin als Richtfelder bezeichnet.
Während alle größeren politischen Konflikte durch die Liga der Legenden gelöst wurden, so konnten die Auseinandersetzungen zwischen sich bekriegenden politischen Mächten nicht völlig gestoppt werden. So führte die strategische Entscheidung, die Kriegsakademie genau zwischen den sich ständig bekriegenden Stadtstaaten Demacia und Noxus zu bauen, zum Stopp fast aller direkten militärischen Konfrontationen zwischen diesen, nur kleinere Gefechte brechen immer wieder aus. Stattdessen hat das kriegerische Oberkommando von Noxus seine Ambitionen auf die Eroberung von Gebieten auf anderen Kontinenten gerichtet. Trotzdem erkennen alle politischen Kräfte die Führung durch die Liga der Legenden weiterhin an, denn kein vernünftiger Herrscher wäre so töricht, sich gegen die schier endlose Menge an mächtigen Magiern, Beschwörern und Champions zu stellen.
Die Kämpfe in den verschiedenen Richtfeldern, über die die Liga den Vorsitz hält, sind nicht nur aus politischer Sicht im Interesse von Valoran, sondern auch aus sozialer Sicht. Die Liga übermittelt den Ablauf der Kämpfe in Bild und Ton auf magische Weise zu speziellen arkanen Empfängern, die in den wichtigsten Siedlungen Valorans stehen. Das Ansehen der Kämpfe in den Richtfeldern ist zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung der beteiligten Bewohner geworden.
Die Liga der Legenden wird von einem Triumvirat dreier mächtiger Beschwörer beaufsichtigt, bekannt als der Hohe Rat der Gerechtigkeit. Zwei Beschwörer des Hohen Rates der Gerechtigkeit gehören diesem bereits seit der Gründung der Liga der Legenden an, der neuste Hohe Rat, Heywan Relivash, wurde allerdings erst vor fünf Jahren ernannt, nachdem sein Vorgänger, der Hohe Rat Reginald Ashram, unter mysteriösen Umständen verschwunden ist. Der Hohe Rat der Gerechtigkeit ist nicht nur für die Leitung und Beratung der Liga der Legenden zuständig, er fungiert auch als höchstes Berufungsgericht für Valorans politische Führer.
Die Liga setzt sich aus inneren Organisationen zusammen, die ihre jeweiligen Zuständigkeiten und Ziele haben. Jedem Stadtstaat wird ein Botschafter der Liga zugewiesen, ein Diplomat, der vor Ort als politischer Repräsentant der Liga fungiert und den Willen der Liga verfügt. Die einem Kampf in den Richtfeldern zugewiesenen Schlichter nehmen die Rolle von Schiedsrichtern ein. In der Ratsversammlung wachen hochrangige Beschwörer über die politischen Ergebnisse eines abgeschlossenen Kampfes auf einem Richtfeld.