Champion-Einblicke: Galio, der Koloss

von Cactopus

Galio ist vielleicht ein Gargoyle, aber er hat sich nie so verhalten.

Echte Gargoyles übernehmen in der Architektur eine bestimmte Rolle, und die hat nichts damit zu tun, Gebäude unheimlicher aussehen zu lassen. Eigentlich dienen sie als Regenspeier. Das Regenwasser rinnt durch eine Mulde am Rücken des Gargoyles, woraufhin dieser das Wasser ausspuckt, um es von den Wänden des Gebäudes fernzuhalten und so eine Erosion des Verputzes zu verhindern. Im Grunde sind Gargoyles nur eine Möglichkeit für Architekten, Abflussrohre cool aussehen zu lassen.

Unser alter Kumpel Galio ist sicher kein Abflussrohr. Er ist eine lebendige Statue, die ihren magischen Gegnern die Umhänge von den Schultern reißt. Und als wir damit begannen, den trauernden Beschützer zu überarbeiten, entschieden wir, das auch nicht zu ändern. Wir wollten jedoch, dass er in Demacias Geschichte eine bedeutendere Rolle einnimmt. Daher mussten wir ihn größer machen.

Viel größer.


VOM REGENSPEIER ZUM KOLOSS

Vor langer Zeit entdeckten Forscher aus Demacia etwas, dass ihre Zivilisation verändern würde: Petrizit. Das Petrizit-Erz ist eine Art fossiles Holz, das antimagische Eigenschaften besitzt. Für die Demacianer, die Magie scheuen und Angst vor einem Angriff magischer Streitkräfte haben, war das Petrizit ein Geschenk des Himmels. Das Volk baute seine Stadt inmitten eines Petrizit-Waldes auf einem Hügel und nutzte die wertvolle Substanz zum Bau ihrer Mauern.


„Jedes Mal, wenn Magie eingesetzt wird, gibt es Konsequenzen.“


Diese Mauern funktionierten hervorragend, wenn die Demacianer von feindlichen Magiern angegriffen wurden. Sobald sie aber ihre Soldaten in die Schlacht schicken mussten, waren diese der Magie hilflos ausgeliefert. Daher wünschte sich ein weiser demacianischer Taktiker eine „tragbare Petrizit-Mauer“, die man in die Schlacht mitnehmen könnte. Für diesen Auftrag wurde ein Bildhauer namens Durand angeheuert, und er formte einen gewaltigen Mann aus Petrizit. Die Statue diente gleichzeitig als praktisches Schutztotem und Versammlungsort für die demacianischen Soldaten.

Im Laufe der Jahre absorbierte der Mann aus Petrizit unzählige magische Angriffe. Jedes Mal, wenn Magie eingesetzt wird, gibt es Konsequenzen, und in diesem Fall waren die Konsequenzen gewaltig: Eines Tages, als ein Demacianer einer riesigen magischen Bestie gegenüberstand, erwachte der Mann aus Petrizit zum Leben.

Aber das ist schon lange her. Heute erinnert sich niemand mehr an das letzte Mal, als der große Koloss erwachte, und manche zweifeln sogar an der Geschichte von Galios Erwachen. Diese jungen Skeptiker trinken organische Tees und spielen mit ihren Schnurrbärten, während sie sich über die alten Geschichten lustig machen und sie als Märchen von tatterigen Narren abtun.

Aber für alle Demacianer ist Galio das große Symbol ihrer Zivilisation. Er ist eine Statue von der Größe eines Berges und repräsentiert ewige Freiheit, Sicherheit und Krieg.


DER MANN AUS PETRIZIT BETRITT DIE KLUFT

Als Tank reicht es nicht, groß zu sein. Man muss sich auch groß fühlen. Der Champion-Designer Sol „Solcrushed“ Kim wollte, dass sich jeder Galio-Spieler wie ein gottgleiches Monster fühlt, während er die Zauber des Petrizitmannes wirkt. „Darum fühlt sich alles, was er tut, so übertrieben, wuchtig und voluminös an“, sagt Solcrushed. „Alles, was er tut, ist wohlüberlegt, wie bei einer großen, schwerfälligen Statue.“


„Wenn die Demacianer eine eigene Freiheitsstatue entwerfen würden, wie würde sie aussehen?“


Solcrushed hat aber schnell gemerkt, dass nicht jedes „wuchtige, wohlüberlegte“ Gameplay Spaß macht. In einer der ersten Versionen hatte Galios E (Durchschlagende Gerechtigkeit) eine lange Aufladezeit vor dem Sprint. Das, so Solcrushed, fühlte sich irgendwie schlecht an. Er sagt: „Deshalb kam mir die Idee für eine Sprung-/Aufziebewegung vor dem Sprint. Dadurch entsteht zwar immer noch eine Verzögerung, diese fühlt sich aber viel besser an, weil man sich immer noch bewegt. Es passiert immer noch was, wenn man auf die Taste drückt.“

Natürlich ist Galio nicht nur ein großer, steinerner Mann, der gerne auf Dinge einschlägt – er ist der große Verteidiger eines ganzen Volks und musste glaubwürdig wirken. Konzeptkünstler Gem „Lonewingy“ Lim stellte sich folgende Frage: „Wenn die Demacianer eine eigene Freiheitsstatue entwerfen würden, wie würde sie aussehen?“


FREIHEIT UND DURCHSCHLAGENDE GERECHTIGKEIT FÜR ALLE

Das Erste, worüber wir bei Galios neuem Aussehen nachdenken mussten, war seine Rolle in der neuen Geschichte: Er verteidigt die Demacianer in der Schlacht. Und Galio führte diese Aufgabe bereits vortrefflich aus, bevor er zum Leben erweckt wurde. Lonewingy sagt: „Wenn die demacianischen Soldaten in die Schlacht ritten, wurden sie von den antimagischen Eigenschaften der Statue beschützt.“ Dank dieser Aura konnten die Ritter nur schwer von ihren Reittieren, den legendären tiefschwarzen Wyvern, geworfen werden. Daher entwarf der Bildhauer Durand Galio auch als eine Mischung aus Ritter und Wyvern, um die Einheit der demacianischen Krieger mit ihren Bestien zu symbolisieren.


„Wir wollten, dass Galios ultimative Fähigkeit besonders spektakulär ist, wie etwas aus dem Profi-Wrestling-Bereich.“
– JohnODyin.


Die großen Flügel des Kolosses symbolisieren außerdem seine Bestimmung als Verteidiger und bilden jedes Mal einen Schild, wenn er eine defensive Haltung einnimmt. Er ist mit den Lieblingsfarben der Demacianer geschmückt: Weiß und Gold. Außerdem strahlt sein Design ein übertriebenes Gefühl von Patriotismus aus. Galio ist kühn und dreist. Er nimmt seine Aufgabe, Demacia zu verteidigen, sehr ernst, hat aber auch eine heitere Seite. „Die Leute sehen eine riesige, majestätische Skulptur und nehmen an, dass sie sich auch majestätisch verhält“, sagt der narrative Autor John „JohnODyin“ O'Bryan. „Wir waren der Meinung, es wäre interessanter, wenn er die Erwartungen nicht ganz erfüllen würde.“

Galios jugendlicher Elan beruht zum Teil auf seiner einzigartigen Art und Weise, wie er die Welt wahrnimmt. Er ist zwar sehr alt, „erwacht“ aber immer nur für ein paar Minuten und hat daher eine sehr beschränkte Sichtweise auf die Welt. „Im Grunde ist er einfach begeistert, dass er sich bewegen kann“, sagt JohnODyin. „Die Arbeit an Galio war erfrischend, weil er beim Kämpfen keine komplexen Gefühle entwickelt. Er ist einfach froh, am Leben zu sein und auf Dinge einzuschlagen.“

Und ab jetzt schlägt Galio in der PBE auf alles Mögliche ein.


3 months ago